83 im domino-world™ Club Tegel war noch ein Platz für mich frei und man würde mich auch gern aufnehmen. Als ich mein Zimmer im Heim bezog, hatte ich mit allem abgeschlossen. Ich wollte nur noch sterben und nicht mehr leben. Für mich hatte alles keinen Sinn und Zweck mehr, noch einmal zu versuchen, auf die Beine zu kommen. Ich hatte meinen Mut verloren und war nicht mehr Willens zu kämpfen. Das mit den Beinen meine ich wörtlich. Ich hatte nur Ängste, mein Bett zu verlassen, aufzustehen und zu versuchen, zu stehen, auch mit festhalten. Dann kam mein domino-coach in mein Zimmer und stellte sich vor und meinte zu mir: „Herr Thiel, wir machen Sie wieder fit.“ Dann fragte sie mich auch noch, was mein größter Wunsch ist und ich sagte zu ihr: „Ich will wieder zu meiner Frau nach Hause ziehen.“ Mein domino-coach fand das o. k. und meinte, dass wir das wieder hinbekommen würden, wenn ich immer mitmachen würde. Wir erstellten gemeinsam ein Therapieprogramm für mich und dann ging es los mit dem Trainieren. Alle sprachen mir sehr viel Mut zu und ich fasste wieder Vertrauen und Hoffnung. Ganz langsam kam mein Lebenswille zurück und ich lernte, mit dem Rollator zu laufen, morgens allein aufzustehen, mich zu waschen, zu rasieren, die Zähne zu putzen und zu kämmen. Ich begann, zu den Mahlzeiten mit dem Rollator in den Clubraum zu gehen. Bald konnte ich auch wieder allein auf die Toilette gehen, nahm am täglichen Sportangebot teil und lernte, mit dem Gehstock zu laufen. Mein domino-coach lernte mit mir das Treppensteigen und siehe da, es klappte. Es geht doch alles, man muss nur wollen und in einer intakten Familie leben, die in guten und in schlechten Tagen zu einem hält.
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